24/09/2010

Allgemeine Bemerkungen zur Zeitarbeit

Unserer Einschätzung nach ist die schwierigste Wirtschaftskrise seit Ende 1948 beendet und der Markt wird sich weiter konstant in positiver Richtung bewegen. Der Einbruch hat unsere Branche zuerst getroffen und nun im Aufbruch merken wir den positiven Trend wiederum zuerst.

Die Unternehmen benötigen vermehrt Arbeitskräfte aus der Zeitarbeit, um an dem Aufschwung sofort teilhaben zu können und um auch schnell entstehende Auftragsspitzen abdecken zu können. Die Unternehmen benötigen diese Flexibilität um bei allen Auftragsschwankungen entsprechend reagieren zu können.

Gegen diesen Trend wird vom DGB z. Zt. polemisch eine Kampagne geführt mit der Behauptung „Zeitarbeit verdrängt mehr und mehr die Stammbelegschaften.“ Sie fordert: „gleiche Arbeit – gleicher Lohn“! Dies verwundert uns um so mehr, da doch der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften wie IG Metall und ca. 75 % der Zeitarbeitsunternehmen mit deren Mitarbeitern ab 1. Juli 2010 eine ergänzende Tarifvereinbarung geschlossen haben zum bestehenden Tarifvertrag vom 1. Januar 2004. Mehr als 65 % aller Mitarbeiter der Zeitarbeitsunternehmen werden nach diesem Tarif bezahlt. Hier stellt sich doch die Frage ob der Deutsche Gewerkschaftsbund bei dieser Doppelzüngigkeit noch der richtige vertrauensvolle Partner ist.

Dem DGB sollte bekannt sein, dass in seinen eigenen Häusern keine einheitliche Vergütung erfolgt, „für gleiche Arbeit den gleichen Lohn zu zahlen“.

Wir möchten ganz besonders ausführen, dass 63 % der von uns im Jahre 2010 eingestellten Zeitarbeiter vorher arbeitslos waren und nun eine Vollbeschäftigung ausüben. Von diesen Mitarbeitern wurden bis zum heutigen Tag 27 % von unseren Kunden übernommen. Die Führungsmannschaft unseres Hauses ist besonders stolz auf diese Übernahmequote.

Es sollte bekannt sein, dass in der Zeitbranche die Mitarbeiter bei wechselnden Entleihern tätig sind. Die bürokratische Umsetzung bei einem Einsatz in verschieden Betrieben mit verschiedenen Tarifen und somit verschiedenen Löhnen während eines Monats ist nicht umzusetzen. Es entstünde außerdem eine massive Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern durch diese unterschiedlichen Löhne. Die Zeitarbeitsbranche ist eine eigenständige Branche und hat einen eigenständigen Tarif. Unstrittig ist doch: Arbeitssuchenden wird durch die Zeitarbeit der direkte Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gegeben. Wer bietet den Risikogruppen des Arbeitsmarktes insbesondere den vielen Menschen mit einem Migrationshintergrund sonst noch in Deutschland eine faire Chance auf dem Arbeitsmarkt? Doch ausschließlich die Zeitarbeit!

Der niedrigste Tariflohn liegt bei 7,60 €/h. Es wird Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld gezahlt. Selbstverständlich sind Zuschläge bei besonderen Zeiteinsätzen wie Überstunden, Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit.

Leistung ist nun einmal nicht gleich Leistung. Die Geschichte hat uns gezeigt wo dies hinführt. Oder wollen wir, dass unsere Exportprodukte im Ausland hergestellt werden und dort ausschließlich mit 90 % Zeitarbeitern zu entschieden schlechteren Tarifbedingungen? Alle z. Zt. am Markt diskutierten Vorstellungen halten wir für nicht durchdachte ideologische Flickschusterei. Unsere Wirtschaft darf sich dieses Experiment nicht leisten.

Der z. ZT. in Deutschland aufgebaute Popanz aus den Reihen des DGB ist reiner Populismus. Wir möchten in Erinnerung rufen, dass nach Angaben des statistischen Landesamtes Baden Württemberg im Südwesten bei ca. 3,87 Millionen versicherungspflichtigen Beschäftigten der Anteil der in der Zeitarbeit Beschäftigten nur 1,9 % beträgt.

Das deutsche System der Arbeitnehmerüberlassung ist ein gutes sozialverträgliches System mit hoher Verantwortung der Zeitarbeitsunternehmen.


<- Zurück zu: Aktuelles